KIPPENHEIM (ab) Die Alterskameraden der
Feuerwehr sind eine der ältesten Gemeinschaften im Dorf. Für sie steht
fest: Auch sie wollen sich am historischen Festumzug im Rahmen der
1250-Jahr-Feier beteiligen. Und was passt da nicht besser, als zu
präsentieren, wie die Feuerwehr vor mehr als 200 Jahren Feuer gelöscht
hat.
Am vergangenen Freitagabend erweckten sie deshalb die alte
Feuerwehrspritze aus dem Jahr 1889 aus ihrem langjährigen
Dornröschenschlaf im Feuerwehrgerätehaus. Der Test, ob sie noch
funktioniert, war fast schon ein historischer Moment, denn viele Jahre
wurde sie nicht benutzt. Und die alte Dame zierte sich ein wenig. Der
Anblick ließ erahnen, wie viel Kraftaufwand früher nötig war, bis das
Löschwasser aus dem Schlauch spritzte. In damaliger Zeit zogen zwei
Pferde die Spritze zu ihrem Einsatzort und es war gut, wenn er direkt an
einem Bach lag. Zwei Feuerwehr saßen auf dem Kutscherbock und lenkten
das Gefährt. Zwei saßen hinten, die anderen Feuerwehrmänner mussten
hinterher rennen.
Am Brandort angekommen, wurde in die Wanne der Spritze das Wasser
eingefüllt. Ganz früher war das Wasser in Jutesäcke gefüllt, die in
einer Menschenkette weitergereicht wurden. War genügend Wasser im Tank,
wurde per Hand vorne und hinten gepumpt, bis es hieß "Wasser marsch".
Später wurden die Jutesäcke durch Eimer ersetzt, das Procedere jedoch
war dasselbe, oft waren viele Bürger im Einsatz. Beim Test am Freitag
wurde das Wasser freilich nicht per Eimer, sondern per Schlauch
eingelassen. Und siehe da: die alte Dame war undicht. Davon ließen sich
die Alterskameraden nicht entmutigen. Sie wussten gleich, wo der Schuh
drückte. Es war der Verschluss der Pumpenwanne, der leckte. Er wurde mit
Fassdichte gestopft. Dann aber hieß es ans Gerät und die Männer
begannen, kräftig zu pumpen. Nach dem Test wissen die alten Kameraden
nun, was zu tun ist, damit die historische Spritzpumpe beim Festumzug
würdevoll mitfahren kann. Das Löschwasser aber, das nutzten sie schon
einmal, um das Gefährt zu entstauben.
Quelle:
Alte Feuerwehrspritze ziert sich am Anfang noch (veröffentlicht am Mi, 24. Juli 2013 auf badische-zeitung.de)
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| Die alte Feuerwehrspritze soll bei der 1250-Jahr-Feier von Kippenheim wieder einwandfrei funktionieren. Foto: Irene Bär |